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Neue Adresse für die Hutthurmer Tafel

15.08.2015

Die Fuchsmühle ist Geschichte. Roswitha Fuchs (großes Bild, v.r.) und Ursula Schneider räumen aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Künftig ist die Tafel mitten im Markt zu finden – in Räumen, die jahrelang leer standen. Darüber freuen sich Pfarrcaritas-Vorsitzender Herbert Oberneder und Schriftführer Martin Stingl. − Bericht und Fotos: Heisl
 

 

 

Die Hutthurmer Tafel muss sich neue Räume suchen – das wurde bereits bei der Jahreshauptversammlung der Pfarr-Caritas angesprochen. Tafelchefin Roswitha Fuchs hatte ihren Rücktritt erklärt, deswegen konnte auch die Tafel mit ihrer Kleiderkammer nicht mehr dauerhaft in der Fuchs-Mühle in Kalteneck bleiben. Bei der durch den Rückzug von Fuchs notwendig gewordenen Nachwahl wurde Josef Jaksch damals zum 2. Vorsitzenden gewählt, der Tafelvorsitz ist noch vakant.

Asylbewerber nicht mehr zu versorgenRund 50 Personen sind es, die sich um die Tafel sorgen, welche die Waren an den Mann/die Frau bringen und eine gut sortierte Bekleidungskammer vorhalten, in der auch Nicht-Bedürftige einkaufen sollen, weil der Ertrag wieder der Tafelarbeit zufließt, betont der Vorsitzende der Pfarrcaritas Hutthurm, Pfarrer i.R. BGR Herbert Oberneder. Ist nicht schon die tägliche Tafelarbeit eine Kernaufgabe, so kam jetzt noch die Suche nach einem neuen Standort dazu.

 

Jetzt scheint der Knoten durchschlagen zu sein. Die Tafel zieht ins ehemalige Geiger-Haus, in dem zuletzt ein Schlecker-Markt untergebracht war. "Dort steht mit 280 Quadratmetern genügend Raum zur Verfügung", erklärt Oberneder, auch Parkplätze gibt es. Einen Teil der Regale habe man von der Gemeinde Büchlberg bekommen, aus dem Gebäude der ehemaligen TransTechnik. Eines sei jetzt klar beschlossen, die Asylbewerber werden nicht mehr versorgt. "Bei der stark steigenden Zahl konnten wird das nicht mehr durchführen", meinte Oberneder. Er erläutert noch einmal die Situation um den Rückzug der Familie Fuchs. Roswitha Fuchs hatte in einem Brief an ihn erklärt, warum sie und ihr Mann Josef aufhören. Es seien überwiegend persönliche und zwischenmenschliche Gründe gewesen, aber auch die riesige Belastung. Roswitha Fuchs sei mit Leib und Seele dabei gewesen, sie habe Enormes geleistet.

Roswitha Fuchs, die zusammen mit Ursula Schneider zurzeit mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist, will erst einmal Ruhe und Zeit für die Familie gewinnen. Sie wolle nach wie vor sozial weiterarbeiten. Als gelernte Krankenschwester habe ihr Engagement immer Menschen gegolten, denen es nicht gut gehe. 20 Jahre sei sie im Hospizverein aktiv, mache Krankenbesuche und arbeite auch in der Trauerbegleitung. Am Dienstag erfolge die Übergabe, das sei schon ein Schnitt.

Auch Ursula Schneider will aufhören. Die Thyrnauerin ist erst seit gut einem Jahr dabei, hat aber bereits in Lüneburg für die Tafel gearbeitet. Irgendwie klingt da schon Wehmut mit, war doch die Fuchsmühle ein Synonym für die Tafel.

Die Hutthurmer Tafel benötigt laufend Geld, jährlich waren das in der Vergangenheit mindestens 15 000 Euro, die sich jetzt durch eine weit höhere Miete nicht mehr halten lassen. Künftig wird deshalb auch von den zehn Kommunen, in denen die Tafel Menschen betreut, ein Zuschuss geleistet, je nach Zahl der Einwohner. "Fünf Gemeinden haben uns schon zugesagt", erklärt der Vorsitzende der Pfarrcaritas, von denen zeigten sich bisher Tittling und Hutthurm besonders spendabel. Einen erheblichen Beitrag würden die Pfarreien übernehmen.

Helfer und Fahrer werden gesucht246 Tafelkunden habe man derzeit, mit steigender Tendenz. Näheres ist auch über die neue Homepage zu erfahren, die unter www.hutthurmertafel.de erreichbar ist. "Wir suchen ständig Helfer und vor allem auch Fahrer", wirbt der Vorsitzende, der über ein engagiertes Team verfügt.

Auch Bürgermeister Hermann Baumann ist froh darüber, dass die Herbergssuche jetzt vorbei ist. Er verweist auf die nicht zu bezahlende Arbeit dieser Hilfe im Stillen und direkt vor Ort. Baumann lobt die Helferinnen und Helfer. So beginne ein neues Kapitel der Erfolgsgeschichte, die unglaublich sei, wenn man an das Pflänzchen zurückdenke, das bei der Gründung der Tafel gesetzt wurde.

http://www.pnp.de/np-intern/ngen/sonderzeichen/60965.pngDie Tafel in der Marktstraße15 in Hutthurm hat mittwochs von 14 bis 16 Uhr geöffnet und ist wie bisher unter http://www.pnp.de/np-intern/ngen/sonderzeichen/60382.png08505/919837 zu erreichen. Über eine möglicherweise wöchentliche Öffnung der Kleiderkammer wird noch entschieden.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Neue Adresse für die Hutthurmer Tafel